Ein Zusammenhang zwischen Inhaltsstoffen im Trinkwasser und endemischem Kropf (Struma) wird bereits seit mehr als 100 Jahren in der Literatur diskutiert. In Deutschland herrscht seit Jahrzehnten die Ansicht vor, daß Jodmangel, insbesondere Jodmangel des Trinkwassers, die Ursache des endemischen (regelmäßig vorhandenen) Kropfes darstellt.
An der Ausschließlichkeit dieser Jodmangeltheorie werden in der Literatur wiederholt Zweifel geäußert. Diese Zweifel sind insbesondere darin begründet, daß Trinkwasser, selbst bei hohem Jodgehalt (10 bis 15 microgramm/I) zu weniger als 10% an der menschlichen Jodversorgung Anteil hat, während der überwiegende Teil des aufgenommenen Jods aus der festen Nahrung kommt. Gebiete mit hoher Strumahäufigkeit, wie die ehemaligen DDR-Bezirke Suhl, Chemnitz und Gera, zeigen deutlich höhere Bodenjodgehalte als die strumaarmen Bezirke Neubrandenburg, Potsdam und Frankfurt/Oder.
Epidemiologische Untersuchungen haben schon vor 40 Jahren Beziehungen zwischen hohem Nitratgehalt des Trinkwassers und endemischem Kropf erkennen lassen, die in letzter Zeit durch gezielte epidemiologische Untersuchungen statistisch belegt werden konnten. Der Mechanismus beruht auf einer Konkurrenz zwischen Jod und Nitrat zugunsten der Nitrataufnahme, so daß daraus ein Jodmangel resultiert.
Im Tierversuch an der Ratte lassen sich bereits nach 12wöchiger Aufnahme von Trinkwasser, das 40 mg/I Nitrat enthält, frühe Stadien einer Struma nachweisen, die bei höherem Nitratgehalt noch stärker ausgeprägt sind. Erfahrungen, daß in Gebirgs- und Mittelgebirgsgebieten die endemische Struma deutlich häufiger vorkommt als in Niederungsgebieten, sowie Beobachtungen, daß in Strumagebieten keineswegs regelmässig ein Jodmangel vorliegt und eine verbesserte Jodversorgung die endemische Struma nicht zum Verschwinden bringt, richteten die Aufmerksamkeit wieder auf kropfauslösende weitere Wasserinhaltsstoffe.
Hier knüpfen die neuen experimentellen Untersuchungen des Umweltbundesamtes (Forschungsstellen Bad Elster) an: Wasser mit einem Zusatz von 0,1% Huminsäure, die aus Torf gewonnen worden war - der DOC (= Disolved Organic Carbon) solchen Wassers liegt zwischen 90 und 100 mg/I - führt nach 12wöchiger Verwendung als Trinkwasser zu nachweisbaren Veränderungen der Schilddrüse von Ratten; diese Veränderungen entsprechen denen einer euthyreoten (normale Schilddrüsenfunktion) und hypothyreoten (Unterfunktion) Struma.
Die Schilddrüsenhormongehalte des Serums so behandelter Tiere waren herabgesetzt. Gleiche Ergebnisse wurden mit einem natürlichen Wasser eines Hochmoores erzielt, dessen DOC zwischen 42 und 81 mg/I lag. Die Struma auslösende Wirkung huminsäurehaltigen Trinkwassers beruht wahrscheinlich darauf, daß funktionelle Gruppen der Huminsäuren Jod sowohl in seiner elementaren Form als auch Jodid im Magen-Darmkanal binden. Damit kann weniger Jod aus dem Darm resorbiert werden, da Huminsäuren - vermutlich auf Grund ihrer Molekülgröße - nicht oder nur in Spuren aus dem Darm resorbiert werden.
Der Nachweis von Huminsäuren im Trinkwasser, insbesondere geringer Mengen, ist schwierig und sehr aufwendig. Als Orientierungshilfe bietet sich für die Praxis die Bestimmung des DOC an. Bei einem DOC- Gehalt des Trinkwassers von 2 mg/I kann mit einem Huminsäuregehalt von 2,5 mg/I gerechnet werden. Dieser Gehalt ist - bei einem durchschnittlichen Trinkwasserkonsum - in der Lage, 70 pg Jod zu binden, eine Menge, die etwa der mittleren täglichen Jodaufnahme in Deutschland entspricht. Unter praktischen Verhältnissen wird diese Menge jedoch geringer sein, da die Huminsäuren auch andere in der Nahrung enthaltene Spurenstoffe binden.
In Abhängigkeit von der Zusammensetzung der Nahrung kann huminsäurehaltiges Wasser zu einem sekundären Mangel an diesem nur in Spuren benötigten Element führen und die entsprechenden Störungen von Struktur und Funktion der Schilddrüse auslösen. (FG V 2.10)
JOD
Zuviel davon macht krank
Die Zahl der durch Jod kranken Menschen in Deutschland steigt
kontinuierlich, aber nicht immer wissen die Betroffenen, dass ihre
Krankheitserscheinungen auf eine Jod-Unverträglichkeit zurückgehen. Sie
leiden unter einer in extremer Form auftretenden Akne, unter
Hautausschlägen, Bindehautentzündung, Asthma, Herzrhythmusstörungen,
Schlafstörungen, Ruhelosigkeit, Depressionen, Zappelbeinen, Impotenz,
Krebs u.v.a.m. und ahnen nicht einmal, dass eine Überjodierung in der
täglichen Nahrung ihre Krankheit ausgelöst hat. Und sie werden mit
ihren Sorgen und Nöten allein gelassen, denn von Ärzten und
Gesundheitsbehörden wird, was die Jodgefahren angeht, praktisch keine
Aufklärungsarbeit geleistet. Im Gegenteil vergibt das Bundesministerium
für Gesundheit das irreführende Gütesiegel: Gesünder mit Jodsalz, was
eine geradezu fahrlässige, nicht ausreichende Aufklärung über die
Risiken und Nebenwirkungen bedeutet.
Gerade die These, die am meisten in aller Munde ist, ist in Wahrheit ein Flopp und nicht mehr wert als irgend ein Werbespruch. Die Jodbefürworter wissen das. Sie kennen die Studie des Münchener Endokrinologen Hellmut Haubold „Der Kropf, eine Mangelerkrankung“ und haben sich vom Titelblatt dieser Studie den Slogan abgeschrieben, den jedermann brav nachbetet. Haubold zitiert dort nämlich einen altbayerischen Bauernspruch: „Was ist flüssiger als Wasser? Der Kropf er ist überflüssig“. Hauptergebnis von Haubolds Studie: Ein Kropf entsteht niemals allein durch Jodmangel. Auch Bundesbehörden kommen nicht umhin, das in ihren wissenschaftlichen Verlautbarungen zu bestätigen: Das Bundesumweltamt hat in einer Studie schon 1994 (!) die Theorie vom Jodmangel-Gebiet Deutschland grundsätzlich in Frage gestellt und die Kropfbildung auf eine Jodverwertungsstörung zurückgeführt, die durch überhöhte Nitratwerte in den Böden und Huminsäure im Grundwasser hervorgerufen wird. „Der Mechanismus beruht auf einer Konkurrenz zwischen Jod und Nitrat zugunsten der Nitrataufnahme, so dass daraus ein Jodmangel resultiert.“ Außerdem binden „funktionelle Gruppen der Huminsäuren Jod sowohl in seiner elementaren Form als auch Jodid im Magen-Darmkanal“. „Damit kann weniger Jod aus dem Darm resorbiert werden,“ was bedeutet, dass eine künstliche Jodzufuhr bei gleichbleibender Nitratbelastung und Huminsäure im Trinkwasser völlig nutzlos, folglich absolut unsinnig ist.
Die These, Deutschland sei ein Jodmangelgebiet, wird, weil ihre wissenschaftlich korrekte Form niemand vom Stuhl reißen würde, verkürzt zitiert. Nach der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation ist Deutschland ein „leichtes bis mittleres Jodmangelgebiet“. So korrekt wiedergegeben ist die geophysikalische Begründung des Jodmangels schon weit weniger werbewirksam. Aber stimmt sie überhaupt? Warum haben seit der angeblich bösen Eiszeit, die das Jod ins Meer gespült haben soll, einige tausend Jahre in Deutschland Menschen gesund gelebt? Auch fällt auf: Kein anderes europäisches Land verfügt über so viele jodhaltige Heilbäder, wie ausgerechnet Deutschland, von Aachen bis Bad Tölz. „Jod satt“ sozusagen, vor allem, und das ist bemerkenswert, im kropfreichen Süddeutschland, wie in den Bädern Abbach, Gögging, Griesbach, Birnbach, Füssing, Endorf, Tölz, Wiessee, Heilbrunn und Kissingen. Außerdem: Niemand ernährt sich mehr saisongemäß mit Obst und Gemüse aus der Region. Wir essen Kiwis aus Neuseeland, Käse aus Frankreich, Tomaten aus Spanien, Trauben und Bohnen aus Italien, Gurken aus Israel und Kartoffeln aus Marokko oder Zypern und polnischen Schinken. Womit wir schon die meisten derjenigen Länder aufgezählt haben, deren Produkte ohne künstliche Jodzusätze und folglich für Jodgeschädigte ohne Gesundheitsschaden genießbar sind. Denn unsere einheimischen Produkte, von Natur aus schon jodhaltig wie Bohnen, Möhren, Zwiebeln, Spinat, Radieschen, Rettich und Spargel, Gartenkresse, Petersilie und Schnittlauch, sind mittlerweile über Bio- und Kunstdünger mit künstlichem Jod versetzt..
Seit 1995 werden alle Mineralstoffgemische auch für den Biobereich künstlich jodiert, wobei die Jodzusätze oft in der sogenannten „Mineralstoffvormischung“ undeklariert versteckt sind. Startschuss für diese nun endgültig totale Jodierung sämtlicher Grundnahrungsmittel war eine Berliner Tagung, die der Direktor des sogenannten „Bundesamtes für Veterinärmedizin und Verbraucherschutz“ (eine Restbehörde des kurz vorher wegen des Blutkonservenskandals aufgelösten „Bundesgesundheitsamtes“), der Veterinär Prof. Dr. Ralf Großklaus 1994 organisiert hatte. Dabei brachte er alle „Scharfmacher“ der Jodprophylaxe und die Vertreter der Interessenverbände an einen Tisch und schwor sie auf diese „flächendeckende“ Aktion ein.
Kein deutsches Milchprodukt, kein Ei und kein Schnitzel oder Rinderfilet, keine Butter, kein Quark, kein Käse und wird seither ohne künstliche Jodzusätze erzeugt. Es gibt in Deutschland nur eine einzige Firma, die unjodierte Mineralfuttergemische anbietet, aber diese so teuer, und offensichtlich so kompliziert zu verabreichen, dass gerade die im Preiskampf stehenden Bio-Erzeuger kaum darauf zurückgreifen. Jedenfalls ist uns kein einziger Biobauer bekannt, der es verwendet. Eindeutiger Beweis dafür sind ohnehin die Erfahrungen der Jodallergiker, die unvermindert heftig auch auf deutsche Biomilcherzeugnisse reagieren.
Die Tierfutterjodierung hat Auswirkungen, die sich jeder Kontrolle entziehen. Organische Dünger, wie ihn gerade Bioerzeuger verwenden, enthalten das vorher dem Tierfutter zugesetzte künstlich hergestellte Jodid als Ausscheidungsprodukt. Aus diesem Grund ist auch deutsches Bodengemüse und Obst (z.B. Erdbeeren) heute zwangsjodiert. Lediglich Baumobst, wie Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen, Mirabellen usw. entzieht sich diesem tückischen Kreislauf.
Bundesdeutsche Kühe erhalten zusätzlich jodierte Salzlecksteine, während es dies bei unseren Pferden nicht gibt, da man immer schon wusste, dass Pferde durch zusätzliche Jodgaben hysterisch werden... Bemerkenswert: Die Jodierung sollte auch das Wild erfassen, das sich ja unbestritten, wie es in einem Artikel in „Jagd und Jäger“ formuliert wird, „seit Jahrtausenden instinktiv richtig ernährt und...noch nie unter Jodmangel gelitten“ hat. Doch das vorsichtigste Waldtier, das Reh, vorher dankbar unjodierte Salzlecken annehmend, verweigerte die plötzlich ausgelieferten jodierten Salzlecken. Viele Jagdverbände reagierten, und warfen die ohnedies teureren Jodsalzlecken wieder aus ihrem Wald hinaus. Die Argumentation der deutschen Futtermittelindustrie, die Hybridtiere (Geflügel) brauchten künstliche Jodzusätze, sonst verlören sie ihre Federn, ist geradezu albern. Kein deutsches Huhn lief vor 1995 nackt herum, und französische, italienische und andere auswärtige Hühner tun dies bis heute nicht.
In dem Fernsehbeitrag „Krank durch Jod“ des Magazins „Brisant“ vom 19.Mai 1998 sagte Prof. Dr. Jürgen Hengstmann, Leiter einer der größten Schilddrüsenambulanzen Deutschlands am Berliner St. Urban Krankenhaus: „Zehn bis fünfzehn Prozent der Bevölkerung werden unter einer Hochjodierung zu leiden haben.“ Das sind über 10 Millionen Menschen, die seit 1993, als die Lebensmittelzusatzstoffverordnung geändert wurde, kein tägliches Brot mehr haben. Denn anders als vorher müssen Jodzusätze bei unverpackten Lebensmitteln nun nicht mehr angezeigt werden. So kann Ihnen Ihr Bäcker zwar versichern, dass er selber kein Jodsalz verwendet, aber er kann keine Garantie für die von ihm verwendeten Backmischungen übernehmen, die so gut wie ausschließlich jodiert sind. Der Ernährungswissenschaftler Richard Fuchs in seinem Buch „Functional Food“ (Berlin 1999): „Die Aufnahme von zuviel Jod kann sogar die Kropfbildung begünstigen, darum ist die Verwendung von jodiertem Speisesalz (ungekennzeichnet) in Backstuben unverantwortlich.“
Niemand, der „normal“ lebt, d.h. der sich dann und wann einmal Restaurantbesuche gönnt, der „normal“ einkauft, nicht einmal derjenige, der im Bioladen einkauft, entgeht mehr den künstlich jodierten Nahrungsmitteln. Die Jodbefürworter können es drehen, wie sie wollen. Dies ist eine Zwangsmedikation, die dem demokratischen Freiwilligkeitsprinzip völlig widerspricht und dazu noch auf wissenschaftlichen Plattfüßen steht. Damit verletzt sie das Grundgesetz und zeigt in ihrer heimtückischen Anwendungsweise geradezu totalitäre Strukturen, worauf gerade Deutsche eingedenk ihrer jüngsten Geschichte höchst empfindlich reagieren. Statt die Bevölkerung darüber zu informieren, wie man Mangelerscheinungen jedweder Art durch bewusste, ökologisch saubere Ernährung vorbeugen kann, anstatt für eine Rückführung der Nitratgehalte und der Übersäuerung der Böden zu sorgen, wird eine Jodhysterie erzeugt, deren schädliche Auswirkung noch nicht abzusehen ist. Denn zuviel Jod - vor allem künstlich erzeugtes und den Lebensmitteln zugesetztes - Jod macht krank.
Die Zahl der durch Jod krank gewordenen Menschen ist in den letzten fünf Jahren der totalen Jodierung sprunghaft angestiegen, wie die Deutsche Selbsthilfegruppe der Jodallergiker, Morbus-Basedow- und Hyperthyreosekranken dokumentieren kann. Die meisten von ihnen waren vorher völlig gesund. Die Jodschädigung kam für sie ohne Vorwarnung, sie schliefen gesund ein und wachten jodkrank wieder auf.
Wer Jodschädigungen begrenzen oder ganz vermeiden will, sollte nachstehende Tipps beachten.
Jodakne - eine Akne, gegen die kein Kraut gewachsen ist
von Dagmar Braunschweig-Pauli
Quelle: www.balance-online.de
Als bei mir im Frühsommer 1995 vier "heiße Knoten", diagnostiziert wurden, sagte der Oberarzt der radiologischen Abteilung zu mir:
"Wir haben die Anweisung, keine Patienten mehr vor Jod zu warnen, auch die Patienten mit Überfunktion und Morbus Basedow (Autoimmunkrankheit der Schilddrüse) nicht. Verwenden Sie kein jodiertes Speisesalz und essen Sie keine jodierten Lebensmittel, auch keinen Seefisch, und natürlich sollten Sie auch nicht an die Nordsee verreisen."
"Das ist ja ungeheuerlich," erwiderte ich. "Wieso dürfen Sie die Patienten nicht mehr vor Jod warnen, wenn Jod doch für diese schädlich ist?" "Um die flächendeckende Jodierung nicht zu gefährden," war die Antwort des Arztes. "Das ist ja glatte Körperverletzung", sagte ich in gerechter Empörung, denn das, was mir der Oberarzt da so locker im Plauderton mitgeteilt hatte, war nicht mehr und nicht weniger als eine angeordnete Menschenquälerei in großem Maßstab. "Die Patienten werden sich das aber nicht gefallen lassen," fügte ich aufgebracht hinzu."
"Die Patienten erfahren es ja auch gar nicht mehr, dass ihnen Jod
schadet. Außerdem sind die Hyperthyreotiker so fertig, da rührt sich
keiner." "Da irren Sie sich gewaltig," rief ich zornig. "Ich bin
durchaus nicht fertig, wie Sie es ausdrücken, und wenn die anderen
Geschädigten sich nicht mehr rühren können, dann werde ich das für sie
tun!
Vorsicht:
Obwohl in der Jodwerbung, um keinen Widerstand bei der Bevölkerung zu wecken, zu Beginn stets das Freiwilligkeitsprinzip beschworen wurde, unternahm man in der Praxis bald Schritte, um dies zu um- gehen. Die Tierfutterhersteller wurden überredet, "freiwillig", aber mit hundertprozentigem Schulter- schluss ihre Futtermischungen mit Jod anzu- reichern: bis zum Hundertfachen dessen, was die Tiere aus natürlicher Nahrung aufnehmen und brauchen. Den Bauern wurde Angst gemacht, dass die Tiere ohne Jod-Zusätze nicht gesund blieben.
Seither erhalten Sie keine deutsche Milch, kein Fleisch, keinen Joghurt
und Käse und keine Eier, die nicht künstlich mit Jod angereichert sind:
Natürlich ohne Deklaration! Keiner weiß überhaupt, wieviel Jod er zu
sich nimmt. Um noch eins draufzusetzen, fordern einflussreiche
Ärzteverbände jetzt die Jodierung des Trinkwassers.
Warum das Jod aber in sämtliche Nahrungsmittel hineinmuss, ist, wenn man nur die medizinischen Fakten berücksichtigt, nach wie vor unverständlich, weil es ja nachweislich viele Jodunverträglichkeiten gibt. Diese Frage, die ich mir selber von Anfang an stellte und die mir nach wie vor zu schaffen macht, wird mir fast täglich von anderen Jodgeschädigten gestellt. Vom Standpunkt einer menschlichen Medizin wäre die Frage nur so zu beantworten, dass Jod nicht in die Lebensmittel gehört, sondern als Medikament in die Hand des Arztes.
Im Zusammenhang mit der Jodakne fällt auf, dass diese in keinem uns bekannten Fall durch organisch gebundenes Jod ausgelöst wurde. Das lenkt die Aufmerksamkeit auf die Frage: Woher kommt das Jod, das in der Jodsalzprophylaxe unter die Leute gebracht wird? Es kommt aus chilenischen Salpetergrupen oder wird in Deutschland recycelt, und zwar aus Druckfarben, Katalysatoren, Röntgenkontrast- und Desinfektionsmitteln. Irgendwo in dieser Kette muss der Wurm stecken. Menschen, die unter einer Jodallergie leiden, reagieren in der Regel nur auf künstlich zugesetztes Jod. So können sie z.B. durch einen Bissen in ein mit jodiertem Salz gebackenes Brot hoch allergisch reagieren, wogegen sie stark jodhaltige Lebensmittel wie Zwiebeln und Rotwein hervorragend vertragen. Lediglich einige extreme Jodallergiker vertragen auch kein natürliches Jod.
Doch zurück zur Jodakne, denn sie war die Krankheitserscheinung, die mich seelisch am stärksten belastete. Zuerst hatte ich nur einige dicke, eitrige und schmerzhafte Pickel auf dem Rücken. Dann aber kamen dicke Pickel am Hals, in den Ohren, an den Oberarmen und Unterschenkeln hinzu, deren Schmerzen mir die Tränen in die Augen trieben. Bei vielen Jodallergikern werden derartige Symptome als "Altersakne" diagnostiziert, die es aber de facto gar nicht gibt.
Vielleicht leiden ja auch Sie unter einer schmerzhaften Akne, die langsam entstand und auf keines der üblichen Aknepräparate reagiert und tiefe Narben hinterlässt? Dann gehören Sie möglicherweise auch zu der wachsenden Zahl der Betroffenen, die eine Jod-Akne (Kelp-Akne) haben.
Nach einer Erkundigung der Frauenzeitschrift "mini" vom Oktober 97 warnen Hautärzte, dass mittlerweile jeder 10. Aknepatient unter einer Jodakne leidet. Auf dem Wiesbadener Schilddrüsengespräch vom März 1997 dagegen erklärte der Mainzer Radiologe und führende Jodbefürworter, Peter Pfannenstiel, wörtlich: "An dieser Stelle muss gesagt werden: es gibt keine Allergie und auch keine Akne durch Jod." [=Pfannenstiel, S. 63]. Es verwundert dann, dass sich völlig im Einklang mit unseren Erfahrungen im führenden deutschen "Klinischen Wörterbuch", dem "Pschyrembel", unter dem Stichwort "Jodakne" allein drei Verweise finden: 1. Acne venenata: 2. Iodausschlag, 3. Iododerma tuberosum (vgl. Pschyrembel, S . 778).
Die Jodakne ist altersunabhängig. Oft beginnt sie als Bläschenausschlag am Mund, weswegen häufig die Fehldiagnose "Herpes" gestellt wird. Im Gegensatz zum tatsächlichen Herpes reagiert der Jodausschlag jedoch nicht auf äußerlich und innerlich anzuwendende Virostatika.
Und wenn schon der Arzt auf Patientenbemerkungen wie: "Der Herpes geht nicht," nicht hellhörig und dazu veranlasst wird, an Jodakne zu denken, dann tun Sie es.
Weiterführende Literatur:
Dagmar Braunschweig-Pauli, Jod-Krank, Der Jahrhundert-Irrtum, Dingfelder-Verlag, ISBN 3-926253-58-4